Callwey – Die schönsten Restaurants Hotels & Bars

Kulinarik, Kunst und Design.

Kaum hatte er sein Restaurant „LA VIE by Thomas Bühner“ im Frühjahr 2025 erö!net, gab es zwei Monate später bereits den ersten Stern. Thomas Bühner ist zurück in Düsseldorf, wo einst seine vielfach ausgezeich- nete Karriere begann. Hier soll sich harmonisch verbinden, was ihn prägte: die französische Küche als Fundament seines kulinarischen Selbstverständnisses und die asiatische Küche, die ihm in den letzten Jahren zur zweiten Heimat geworden ist.

Für die Gestaltung seines neuen deutschen Standortes holte er sich den Interior Designer Olaf Kitzig ins Boot. Gemeinsam hatten die beiden auch schon erfolgreich das zwei Jahre zuvor eröffnete Fine Dining Restaurant „LA VIE by Thomas Bühner“ in Taipeh realisiert.

Die Vision für den rund 16 uadratmeter großen Gastraum in Düsseldorf war ein ganz- heitliches Erlebnis. Die harmonische Verbindung der prägenden Welten findet daher hier seine Entsprechung im Zusammenspiel von Kulinarik, Design und Kunst. Das Interior, dezent in Braun- und Cremetönen mit einzelnen Farbakzenten gehalten, tritt elegant zurück, rundet ab. Die farbintensiven Werke des Berliner Künstlers Stohead setzen einen lebendigen Kontrast und spiegeln so die kulinarischen, sorgfältig komponierten Arrangements auf den Tellern wider.

Was anfangs einer Herausforderung glich, führte schließlich zu dem gelungenen kontem- plativen Raumgefühl: Das neue „LA VIE by Thomas Bühner“ liegt in einem Gebäude, dessen Umfeld sich in den kommenden Jahren erst noch zu einem Campus wandeln wird. Semitrans- parente Vorhänge entlang der großen Glasfassade verdecken den derzeitigen Ausblick auf Parkplatz, mehrspurige Straße und Großmarkt – lassen aber das Tageslicht einfallen. So ist ein Raum entstanden, der den Blick gänzlich nach innen lenkt und dabei eine einladende und wohnliche Stimmung schafft.

Das Interior Design konzentriert sich daher allein auf die Abläufe und das kulinarische Angebot. Die Wein-Lounge am Eingang lädt zum Aperitif und gibt dem Sommelier die Möglichkeit, seine Weinauswahl zu präsentieren. Ein Hochtisch führt die Gäste optisch in den Raum, an dem sich klassische Tischgruppen anschließen. Die Bestuhlung ermöglicht per- sönliche Nähe der Gäste und Mitarbeitenden, lässt dabei aber genug Raum für ausreichend Privatsphäre. Aber nur bis zum „Candy Shop“ am grünen Marmortisch im hinteren Bereich des Restaurants, an dem die Gäste gemeinsam aus den süßen Kreationen wählen. Freie Bewegung und Kommunikation erwünscht!

INNENARCHITEKTUR
Kitzig Design Studios

BETREIBER
Delicious GmbH

FERTIGSTELLUNG
April 2025

GESAMTFLÄCHE
300 m²

GASTRAUM
165 m²

ARBEITSFLÄCHE
85 m²

PERSONEN IM SERVICE
6

ANZAHLSITZPLÄTZE
32

STANDORT
Schlüterstraße 1
40235 Düsseldorf (D)
laviebythomasbuehner.de

FOTOS
Marvin Schwienheer

Callwey GmbH
Ausgabe 2022
Ort Munich, Germany
Verlag https://www.callwey.de/
Buch https://www.callwey.de/buecher/die-schoensten-restaurants-hotels-bars-2026/
Mehr zum Projekt La Vie by Thomas Bühner — Düsseldorf, DE

Bestworkspaces – Cologne Office Campus Ossendorf

COLOGNE OFFICE CAMPUS OSSENDORF (COCO)

Hier geht es um einen gemeinschaftlich zu nutzenden Ort. Dies erschließt sich schon aus der Bezeichnung Multi-Tennant-Campus COCO, für Cologne Office Campus Ossendorf. Die Eigentümerin, die OSMAB Holding AG, verfügte dort über Bestandsgebäude und Neubauten um einen grünen Innenhof und plante, eine alles verbindende Zone zu gestalten, mit der den Nutzern – immerhin 250 bis 300 Personen – ein attraktiver, gemeinschaftlicher und auch öffentlicher Bereich angeboten werden sollte. 1.700 Quadratmeter betrug die Gesamtfläche. Kitzig Design Studios entwickelten ein vielfältiges und offenes Raumkonzept, um die unterschiedlichen Bedürfnisse bezüglich Mietflächen und Arbeitsweisen zu berücksichtigen. Der Bistrobereich beispielsweise kann über die Servicezeiten der Gastronomie hinaus für Meetings und als Arbeitsplatz von allen genutzt werden – Gleiches gilt für die in Verbindung mit einer attraktiv gestalteten Gartenanlage stehende Terrasse. Dies führt auch Externe in den Komplex und ermöglicht neue Kontakte. Die großflächige, von beiden Seiten des Gebäudes erreichbare Lobby ist multifunktional und dient sowohl als repräsentativer Empfangsbereich als auch für agiles Arbeiten oder geselliges Beisammensein.

Hierfür lässt sich beispielsweise eine Fläche mit Vorhängen abtrennen, sogar eine Bühne ist vorhanden. Sogenannte „Iglus“ bieten Rückzugsmöglichkeiten für spontane Gespräche, diverse Meetingräume können gebucht werden. Im Bereich der Board- und Konferenzräume spiegelt sich das Spektrum der Kommunikationsmöglichkeiten wider: Videokonferenztechnik ist vorhanden und ermöglicht Hybridveranstaltungen und Konferenzen, das Angebot umfasst einen Kreativraum ebenso wie klassische Vortrags- und Schulungsräume. Spontanes Arbeiten in Gruppen findet immer Platz in hellen und intimen Meeting-Möglichkeiten. Zur Verbindung wurden vielfältige Pre-Function-Bereiche vorgesehen. Doch auch die sekundären Nutzungsbedingungen des neuen Workplace wurden bearbeitet, insbesondere hinsichtlich der Umweltsensibilität: Neben dem neu errichteten Parkhaus mit einer Vielzahl von Ladestationen bildet sich nun auch die Radmobilität in einem attraktiven Fahrradraum mit zahlreichen Funktionen ab, inklusive Schließfächer für Helm und Kleidung, Dusche, Reparaturstation, Reifenpumpen und eine Waschstation – gut eingeparkt also.

Was kann Architektur für einen guten Arbeitsplatz tun?

Johann Boltz: In erster Linie schafft die Architektur einen Rahmen für den Arbeitsplatz. Dazu gehören neben der grundlegenden Nutzbarkeit der Räume vor allem auch die Akustik und Beleuchtung der jeweiligen Bereiche. Gleichzeitig hat die Gestaltung einen wesentlichen Einfluss. Klare Kontraste und eine visuelle Hierarchie innerhalb der Bereiche ermöglichen es den Nutzenden, sich zurechtzufinden und zu fokussieren.

Welche Funktionen und/oder Räume sind für Sie die wichtigsten bei einer Arbeitswelt?

Vor allem, wenn wir davon ausgehen, dass die Bereiche von verschiedenen Personen genutzt werden, sind die Ansprüche an den genannten Rahmen (Rahmen der Architektur, siehe oben) sehr unterschiedlich. Statt einer „grenzenlosen“ (im Sinne von: ohne einen Rahmen, Anhaltspunkt) Flexibilität setzen wir auf eine Variabilität im direkten Umfeld. Hier unterscheiden wir zwischen konstanten Rahmenbedingungen (z. B. Akustik) und solchen, die individuell einstellbar sein können. Licht, Privatsphäre, Temperatur wären hier Beispiele. Durch die Begrenzung der Variabilität auf das direkte Umfeld gewährleisten wir gleichzeitig, dass sich unabhängige Nutzungen nicht gegenseitig stören.

Welche Materialien empfehlen Sie Ihren Bauherren in der Innenarchitektur unbedingt?

Die Materialien sind je nach Projekt unterschiedlich zu bewerten. Im COCO setzen wir vor allem auf den Materialkontrast aus harten und weichen Oberflächen. Dieses Wechselspiel erlaubte es uns, klare Hierarchien in der Gestaltung zu etablieren, die eine klar strukturierte Umgebung schaffen. Aus dem historischen Kontext des Standortes (ehemaliger Flugplatz, Funk/Fernsehen) ergab sich so eine in Teilen technisch anmutende Materialität, die jedoch einen klaren Fokus auf das Wohlbefinden der Nutzenden setzt.

„Maßgeblich für das Gelingen des Projekts war die Bereitschaft des Eigentümers, Zeit in die Suche nach guten Lösungen zu investieren und seine Leidenschaft für das Zusammenspiel von Kunst, Interior und Qualität einzubringen.“
Viki Kitzig

Architekturbüro
Kitzig Design Studios GmbH
Rotterdamer Straße 65
40474 Düsseldorf (D)
kitzig.com

Auftraggeber
OSMAB Holding AG
Leibnizpark 4
51503 Rösrath (D)
osmab.de

Best Workspace | Callwey
Ausgabe 2025
Ort München, Deutschland
Verlag Callwey GmbH https://www.bestworkspaces.com/

Handelsblatt – Thema: Luxusküchen

Luxusküchen
Prestige am heimischen Herd

Im Luxussegment sind Küchen längst Vorzeige- und Wohnräume. Die Ansprüche der Kundschaft sind entsprechend hoch.

Eine Zeit lang plante Olaf Kitzig auf Anfrage auch nur Küchen. Heute macht der Interior-Designer und Gründer des Kitzig Design Studios das nicht mehr. „Mindestens Küche, Wohn- und Esszimmer müssen aus einem Guss kommen“, sagt er. Seine Auftraggeber sind Menschen mit hohem Budget, oft Eigentümer von Luxusimmobilien.

Luxus in der Küche bedeutet vor allem Individualität. Statt ein Modell von der Stange mit begrenzter Auswahl an Oberflächen, Farben und vordefinierten Schränken zu wählen, sind im Premiumsegment kaum Grenzen gesetzt. „Wir haben auch schon eine Küche mit integriertem Kühlhaus für einen passionierten Jäger geplant und umgesetzt“, erzählt Kitzig. Doch selbst wenn mit entsprechendem Budget fast alles möglich ist, zeigen sich auch in der Spitzenklasse klare Vorlieben und Trends. „Einerseits beobachten wir einen großen Drang nach Individualisierung, andererseits die immer gleichen Einrichtungsbilder auf Instagram und Pinterest“, sagt er.

Mit solchen oder KI-generierten Bildern kommen auch viele Kunden zu Tobias Hück, Gründer des Tischler Team Düsseldorf. Der Handwerksbetrieb plant und baut hochwertige Küchen, die meist bei rund 50.000 Euro beginnen. Typisch sind Kombinationen aus Naturstein- oder Keramik-Arbeitsplatten, matten Fronten und Akzenten aus Naturholz. Beliebt ist derzeit vor allem der Modern-Skandi-Look – ein zurückhaltender Stil mit dezenten Farben. Manche bevorzugen eine moderne Landküche, andere eine puristische Variante. Unabhängig vom Stil gilt stets: Die Küche soll möglichst wenig nach Küche aussehen. „Sie wird immer mehr zum Möbel“, sagt Hück. Gerade erst plante er für einen Kunden aus Neuss eine Küche, bei der die Arbeitsfläche in eine Sitzbank und diese wiederum in einen Wandschrank übergeht.

Damit der praktische Teil der Küche möglichst unauffällig bleibt, setzen die meisten auf grifflose Schränke, verzichten auf Hängeschränke und wählen Kochfelder mit integriertem Dunstabzug statt einer Haube. Geräte wie Kaffeemaschinen, Öfen und Dampfgarer verschwinden hinter sogenannten Pocket-Türen. Sind diese geschlossen, sieht man nur die Schrankfront. Beim Öffnen gleiten die Türen seitlich in den Korpus, stehen nicht im Weg und geben den Blick auf einen gut zugänglichen Schrank frei.

„Must-haves in einer Luxusküche sind ein Weinkühlschrank, ein Wasserhahn, der fast kochendes und sprudelndes Wasser liefert, sowie ausfahrbare Schränke“, sagt Michael Brinkjost, Gesamtvertriebsleiter beim Luxusküchenhersteller Eggersmann. „Keiner will mehr Schränke mit Einlegeböden – alles ist mit Schubladen und Auszügen ausgestattet.“ Die Smart Kitchen, also internetfähige Geräte und die Einbindung ins Smart Home, spiele bei seinen Kunden dagegen kaum eine Rolle. „Wichtiger ist, dass die Küche am Ende einzigartig ist. Wenn jeder den gleichen smarten Ofen hat, ist das dann noch Luxus?“ fragt Brinkjost.

Neben Optik und Technik spielt in der Küche auch die Haptik eine zentrale Rolle, sagt Roger Klinkenberg, Geschäftsführer des Küchenherstellers Pronorm. „Es kommt den Kunden auf Optik und Emotion an. Das beginnt bei den Materialien und Farbkombinationen und schließt die Haptik mit ein.“ Beliebt für Arbeitsplatten sind deshalb Natursteine wie Travertin oder Granit. Soll es Keramik sein, muss sie in Haptik und Optik dem Naturstein möglichst nahekommen. Ebenfalls gefragt als Akzent zu dunklen Materialien ist gebürstetes Messing. Auch Edelstahl erlebt ein Comeback. Beton und Betonoptik dagegen verlieren laut Klinkenberg an Popularität.

Bei all den optischen Wünschen und Feinheiten stellt sich die Frage: Spielt die Funktion noch eine Rolle?
„Auf jeden Fall“, sagt Interior-Designer Olaf Kitzig. „Das Kochen auf verschiedenen Medien ist zum Beispiel ein häufiger Wunsch, um sich kulinarisch entfalten zu können. Also bauen wir oft Küchen mit Induktion, Gasherd und zusätzlichem Wok-, Teppanyaki- oder Grillfeld ein.“

Und es gibt noch einen weiteren Unterschied zum gewöhnlichen Hausbesitzer: „Wer den nötigen Platz hat, baut sich heute gern eine zweite Küche im Untergeschoss oder verborgen hinter der offenen Küche ein.“ Sinn und Zweck: Menschen, die große Partys feiern oder regelmäßig Gäste bewirten, können dort ungestört kochen und vorbereiten. Wenn die Gäste eintreffen, wird die Tür geschlossen und das Chaos verschwindet. „In der Vorzeigeküche werden dann nur noch die Teller angerichtet oder ein paar letzte Kniffe vorgenommen“, sagt Kitzig.

Trotz aller Überlegungen und Raffinessen steigert eine Luxusküche den Immobilienwert nicht. „Die Küche ist ein so individuelles und persönliches Thema bei den Deutschen“, sagt der Interior-Designer. „Da muss dem Käufer nur die Farbe nicht gefallen, und schon ist sie für ihn wertlos. Die meisten lassen sich eine Küche nach ihren persönlichen Wünschen einbauen.“ Wer seine Küche plant, sollte sich daher ausschließlich an den eigenen Vorstellungen orientieren – nicht am möglichen Wiederverkaufswert.

Handelsblatt
Ausgabe 181 | 19. September 2025
Ort Düsseldorf, Deutschland
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