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Dynamik und Emotionen

Das Bonner GOP Varieté-Theater erinnert an die glamourösen Tanztheater der 1920er-Jahre

Inmitten des ehemaligen Regierungsviertels und in unmittelbarer Nähe zum World Conference Center Bonn befindet sich das GOP Varieté- Theater. Der Name ist Programm: Anfang der 1920er-Jahre lockte im Geschäfts- und Bürohaus Georgspalast in Hannover das „Café-Restaurant Georgspalast“ die Menschen von nah und fern an. Für das „GOP“, das auch als modernes Tanzcafé und Spielort für jazzorientierte Musik diente, folgte eine geschichtsträchtige Zeit, die Zerstörung, Wiedereröffnung und Schließung beinhaltete, bis schließlich in den 1990er-Jahren die Neueröffnung und Expansionen u. a. in Essen, Bad Oeynhausen und Bremen anstanden. Für die jüngste Eröffnung am Standort in Bonn wurde das Innenarchitektur- und Architekturbüro Kitzig Interior Design mit der Planung und Ausführung beauftragt.

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„Greifbare kosmopolitische Strukturen treffen auf die magische, glamouröse Entertainment- Welt des Varieté-Theaters“ – so die Devise zum Gestaltungskonzept. Dahinter steckt folgende Idee: Auf der einen Seite wird den Gästen Musik und Unterhaltung in einer geselligen Atmosphäre geboten, auf der anderen Seite garantiert ein intimes, lauschiges Barambiente einen entspannten Aufenthalt, ganz ohne Interaktion. „Schon beim Betreten des Gebäudes werden die Gäste durch einen Gang aus Farben und Reflexion geleitet, der die Sinne ansprechen sowie suggerieren soll, Wasser spiegele sich an Wand und Decke“, erläutert Olaf Kitzig, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Kitzig Interior Design. Während der Saal in passende prägnante Rottöne getaucht ist, bestimmen dunklere Farben und warme Materialien, wie Holz, Leder, Stoff sowie eine diffuse, indirekte Beleuchtung die Atmosphäre in der Bar und im Restaurant. Eine abwechslungsreiche Raum- und Deckengestaltung teilt das Restaurant in verschiedene Zonen auf, die gemütliche Nischen bilden, aber auch von größeren Gruppen genutzt werden können. Im Zentrum steht eine sogenannte Showküche, die es den Gästen erlaubt, den Köchen bei ihrem Handwerk zuzuschauen. Nach ausgiebigem Speisen oder Varieté-Aufführung ist der Besuch in der „Piano Bar“ ein „Muss“. Rund um das zentral liegende Klavier können die Gäste auf Barhockern und in Armlehnsesseln dem Pianospieler aus nächster Nähe lauschen. Als wiederkehrendes Element haben die Planer polyedrische Strukturen in unterschiedlichen Ausführungen von Tischen, Hockern und von der Bar gewählt. Diese Idee wird durch vielfältige Linienführungen und Kompositionen an Decke, Wand und Boden fortgesetzt. Die Trennung des Raumes erfolgt somit durch subtile und dennoch klare Grenzziehung. Die geschwungenen Säulen nehmen diese Übergänge auf und verleihen ihnen Weichheit und Bewegung.

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CUBE
Ausgabe 04 | 18
Ort Düsseldorf
Verlag https://www.cube-magazin.de/