{"id":1193,"date":"2017-06-05T16:38:19","date_gmt":"2017-06-05T14:38:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kitzig.com\/?post_type=dt_portfolio&#038;p=1193"},"modified":"2019-10-30T09:58:19","modified_gmt":"2019-10-30T08:58:19","slug":"interior-fashion-outdoor-bereichs-im-hotel-und-restaurant","status":"publish","type":"dt_portfolio","link":"https:\/\/www.kitzig.com\/en\/presse\/interior-fashion-outdoor-bereichs-im-hotel-und-restaurant\/","title":{"rendered":"interior fashion"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>MORE\"data-newtitle=\"LESS\"data-icon=\"\"data-newicon=\"\"data-activeicon=\"#333333\"data-effect=\"slideToggle\"data-override=\"0\"data-activetitle=\"#333333\"data-activebg=\"#dbdbdb\"data-img=\"https:\/\/www.kitzig.com\/wp-content\/uploads\/plus-2.png\"data-newimg=\"https:\/\/www.kitzig.com\/wp-content\/uploads\/minus.png\"><div class=\"ult_exp_section-main ult_expleft_icon\">\t<div class=\"ult-just-icon-wrapper ult_exp_icon\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"align-icon \">\n\t\t\t\t\t\t\n<br><span class=\"aio-icon-img  ult_expsection_icon \" style=\"font-size:21px;\" >\n\t<img decoding=\"async\" class=\"img-icon ult_exp_img \" alt=\"null\" src=\"https:\/\/www.kitzig.com\/wp-content\/uploads\/plus-2.png\" \/>\n<\/span>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"ult_expheader\" >MORE\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"ult_exp_content \" style=\"background-color:#dbdbdb;  \"><div class=\"ult_ecpsub_cont\" style=\" \" >[vc_column_text el_class=&#8221;pressetext&#8221;]<em>IF: Herr Kitzig, wie hat sich die Bedeutung des Outdoor-Bereichs grunds\u00e4tzlich entwickelt? Zum einen im Hospitality-Bereich und zum anderen im privaten Bereich.<\/em><\/p>\n<p><strong>Olaf Kitzig: <\/strong>Ich m\u00f6chte behaupten, dass der Bereich Outdoor ungef\u00e4hr mit der Jahrtausendwende an Bedeutung gewonnen hat. Aus meiner Sicht h\u00e4ngt das damit zusammen, dass zuerst die Gestaltung des Wohnzimmers im Fokus lag und die Menschen sich in den 80er-\/90er- Jahren der K\u00fccheneinrichtung gewidmet haben. Damals hat die Industrie begonnen, sehr viel Wert auf tolle K\u00fcchen zu legen und diesen Raum als Treffpunkt und Lebensraum zu etablieren. Und schlie\u00dflich hat man sich dem Outdoor-Bereich zugewendet. Heute ist ein Balkon oder eine Terrasse nicht mehr einfach nur ein Balkon oder eine Terrasse, sondern ein St\u00fcck Lebensraum, den man auch entsprechend gestaltet. Mit dem Angebot an Outdoor-M\u00f6beln, die sich ja kaum mehr von Indoor-M\u00f6beln unterscheiden, wurden auch die Begehrlichkeiten geweckt, im Garten oder auf dem Balkon einen attraktiven Sitz- oder Loungebereich zu installieren. Im Bereich Gastronomie hat sich das zur gleichen Zeit entwickelt: Mit dem Anstieg des Niveaus in der Innenarchitektur hat man nach kurzer Zeit erkannt, dass auch der Biergarten oder der Lounge- Bereich im Freien sch\u00f6n gestaltet werden kann. Vor 30 Jahren lief ein Restaurant, wenn es einen guten Wirt und einen guten Koch hatte. Wenn heute das Interior Design vergessen wurde, muss der Gastronom schon mit tollen pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten ausger\u00fcstet sein, um noch erfolgreich zu sein. Aus meiner Sicht erwartet der Gast ein hochwertiges Ambiente im Inneren, aber auch im Au\u00dfenbereich. Da ist es mit einer einfachen Gartenbank nicht getan, sondern das wird komplett inszeniert. Angefangen bei der Architektur, \u00fcber den Landschaftsbau bis hin zur Innenarchitektur.<\/p>\n<p><em>IF: Welche Aspekte sind bei der Gestaltung eines Outdoor-Bereichs im Hotel und Restaurant besonders zu beachten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kitzig:<\/strong> Im Grunde ist die Au\u00dfenfl\u00e4che in d er Hotellerie und Gastronomie mit genauso viel Liebe zu planen und zu gestalten wie der gesamte Indoor-Bereich. Technisch gesehen, muss die Ausstattung flexibel und im Winter zumindest teilweise einlagerbar sein. Zudem muss, je nach Gr\u00f6\u00dfe des Au\u00dfenbereichs, dort auch die gleiche Infrastruktur vorherrschen. Der Gast darf keine verminderte Service-Leistung feststellen. Das bedeutet also, man ben\u00f6tigt Servicestationen, eine sinnvolle Wegef\u00fchrung, Sitznischen und verschiedenen Tischgr\u00f6\u00dfen. Wir planen gerade ein 5-Sterne-Resort auf Ibiza, das 7 Pines. Dort haben wir relativ viele Au\u00dfenfl\u00e4chen, die einen genauso gro\u00dfen planerischen Aufwand bedeuten, wie die Indoor-Fl\u00e4chen. Wir arbeiten dort auch mit Teppichen und Leuchten \u2013 die nat\u00fcrlich f\u00fcr drau\u00dfen geeignet sind \u2013 wir kreieren Sitzinseln und -nischen und Lounge-Bereiche. Kurz gesagt ist es so, dass wir das Innen nach au\u00dfen transportiert haben.<\/p>\n<p><em>IF: Ist die gestiegene Bedeutung wirklich schon in der gesamten Hotellerie und Gastronomie angekommen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kitzig:<\/strong> Nun, viele Einzelgastronomen haben es vielleicht noch nicht so ganz verstanden oder besser gesagt, sie scheuen sich, im Au\u00dfenbereich etwas zu machen. Dabei muss man nat\u00fcrlich stark unterscheiden, wo sich das Hotel oder Restaurant befindet. Hier gelten, wie auch im Innenbereich, Gestaltungsregeln, die sich unter anderem nach der Region, dem Zielpublikum, der Art der Bestuhlung und dem geplanten Tischumschlag pro Abend richten. Zum Beispiel k\u00f6nnen Sie in M\u00fcnchen eine ganz andere Au\u00dfengastronomie anbieten wie in Hamburg. Das ist zum einen klimatisch bedingt, aber auch kulturell. Sie k\u00f6nnen den M\u00fcnchen-Reisenden oder den M\u00fcnchner an einen Biertisch setzen, an dem es durchaus auch einmal enger wird. In Hamburg d\u00fcrfte das eher schwierig werden.<\/p>\n<p><em>IF: Hat auch die Lichtgestaltung im Outdoor-Bereich an Bedeutung gewonnen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kitzig:<\/strong> Hier muss man grunds\u00e4tzlich sagen, dass eine gute Innenarchitektur mit schlechtem Licht nicht gut ist. Dagegen ist eine schlechte Innenarchitektur mit gutem Licht absolut OK. Das gleiche gilt auch f\u00fcr den Au\u00dfenbereich. Wenn Sie einen Gast halten wollen, wenn Sie ihm eine gute Atmosph\u00e4re bieten wollen, muss auch das Licht-Szenario stimmen. Sch\u00f6n ist in diesem Zusammenhang immer das Beispiel eines Candlelight-Dinners im Freien. Zum einen muss der Gast das Essen erkennen, der Tisch darf aber auch nicht lichtgeflutet ein. Man muss also auch im Au\u00dfenbereich mit verschiedenen Lichtst\u00e4rken, mit st\u00e4rker und weniger stark ausgeleuchteten Bereichen arbeiten. Au\u00dferdem spielt auch die Wegef\u00fchrung eine gro\u00dfe Rolle. Da aber keine Decken vorhanden sind, muss man hier mit Bodenstrahlern, Stehleuchten und Kerzen arbeiten. Die LED-Technologie hat dabei den gro\u00dfen Vorteil, dass es in der Zwischenzeit sehr viel und sehr gute akkubetriebene Leuchten gibt. Diese sind f\u00fcr den Gartenbereich unheimlich toll, denn sie haben kein Kabel und k\u00f6nnen unterschiedlich positioniert werden. Zudem schaffen sie eine sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re. Im Privatbereich leisten auch Solarleuchten ganz gute Dienste, allerdings schaffen sie es nicht, \u00fcber mehrere Stunden eine gute und gleichbleibende Lichtqualit\u00e4t zu liefern. Das ist aber im professionellen Einsatz notwendig.<\/p>\n<p><em>IF: Welche Trends machen Sie aktuell in der Outdoor-Gestaltung aus?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kitzig:<\/strong> Wie in der Innenarchitektur auch, ist man aktuell auf keinen Stil festgelegt. Die M\u00f6bel reichen von Art Deco bis hin zu ganz modernen Formen. Es ist alles en vogue, so lange es in die Konzeption passt. Nat\u00fcrlich gibt es immer mal wieder Materialien, die st\u00e4rker in den Vordergrund r\u00fccken, aber deshalb verschwinden andere nicht vollkommen \u2013 weder Rattan noch Kunststoff ist vom Markt. Ein gro\u00dfes Thema sind sicherlich Sofas. Das ist als Trend eindeutig zu erkennen. Das wirkliche Outdoor-Sofa in super Qualit\u00e4ten mit hochwertigen Textilien, die sich f\u00fcr den Au\u00dfenbereich eignen. Als aufstrebende Materialien w\u00fcrde ich, wenn ich nach den Beobachtung der letzten Zeit gehe, Metall und Stein nennen. Ich glaube, der etwas vertr\u00e4umte Metall- Stuhl kommt wieder \u2013 einfach, funktional und bequem. Die Renaissance des Natursteins beobachte ich schon seit f\u00fcnf, sechs Jahren, aber es dauert ja immer lange, bis es am Markt angekommen ist, wobei ich den Naturstein nicht im Mainstream sehe. Auch Holz r\u00fcckt wieder mehr in Fokus. Neben Teak w\u00fcrde ich auch L\u00e4rche und Eiche nennen. Grunds\u00e4tzlich sehe ich es so, dass alles aus dem Innenbereich auch in den Au\u00dfenbereich r\u00fcckt.<\/p>\n<p><em>IF: Schon seit vielen Jahr spricht man von der Fusion vom Innen und Au\u00dfen. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf die Architektur und Innenarchitektur im \u201eInnen und Au\u00dfen\u201c?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kitzig:<\/strong> F\u00fcr unser Unternehmen spielt diese Fusion ein sehr gro\u00dfe Rolle. Und ich glaube, dass generell viel Wert darauf gelegt wird. Ich pers\u00f6nlich arbeite gerne mit Gartenm\u00f6beln in Qualit\u00e4ten, die auch im Winter drau\u00dfen bleiben k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte die Lobby-, Bar- oder Restaurantfl\u00e4che innen wie au\u00dfen inszeniert zeigen \u2013 auch wenn es gerade regnet oder schneit. Das vergr\u00f6\u00dfert einfach den Raum.<\/p>\n<p><em>IF: Und im Privatbereich?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kitzig:<\/strong> Ein sch\u00f6nes Beispiel ist ein Privathaus, das wir im M\u00fcnsterland gestaltet haben. Das ist ein alter Bungalow aus den 50er Jahren mit einer 8 Meter langen Glasfront, die zur 60 qm gro\u00dfe Terrasse hinaus geht. Damit wirkt der Wohnbereich viel gr\u00f6\u00dfer. Die Terrasse geh\u00f6rt praktisch dazu, auch wenn man im Winter nur im Wohnzimmer ist. Das ist einfach nur durch die visuelle Verbindung ein Bereich geworden. Und das funktioniert dann tats\u00e4chlich auch im M\u00fcnsterland. Man muss dazu nicht immer das Top-Wetter haben. Grunds\u00e4tzlich legen wir bei Privath\u00e4usern viel Wert darauf, dass man aus jedem Fenster einen beleuchteten Garten sehen kann. Der Garten soll zum Lebensraum geh\u00f6ren, auch wenn man ihn gerade nicht begehen kann.<\/p>\n<p><em>IF: Herr Kitzig, herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/p>\n<p>Das Interview f\u00fchrte Bianca Schmidt.<\/p>\n<p><strong>Kitzig Interior Design<\/strong><\/p>\n<p>Olaf Kitzig gr\u00fcndete 1998 Kitzig Interior Design in Lippstadt. 2001, 2011 und 2013 folgten B\u00fcros in Bochum, M\u00fcnchen und London. Die Kernkompetenzen liegen in der Hotellerie, Gastronomie sowie in der Erstellung von ma\u00dfgeschneiderten Konzepten f\u00fcr das Shop- und Retaildesign. Das Team besteht aus 56 Mitarbeitern \u2013 Innenarchitekten, Architektean, Designer und Grafiker \u2013 die Objekte im In- und Ausland betreuen. \u00dcber sich und seine Arbeit sagt Kitzig: \u201e1998 gr\u00fcndete ich mein B\u00fcro und war voller Tatendrang und Optimismus, was man bewegen und erreichen k\u00f6nnte. Nach mehreren Ausbildungen sah ich mich als ausgestattet an, um mit Interior Design an den Markt zu gehen. Nach nunmehr 19 Jahren und Erfahrungen in diversen Bereichen der Innenarchitektur stelle ich immer wieder fest, dass die gr\u00f6\u00dfte Leidenschaft das permanente Lernen und Begreifen der eigenen Umwelt ist. Auch das ist der Spirit, der mich und unser B\u00fcro immer wieder befl\u00fcgelt und zum Nachdenken, \u00dcberdenken und Verdenken anregt. Das ist unser heutiges Lebenselixier, aus dem wir Kreativit\u00e4t und Schaffungskraft schh\u00f6pfen.\u201d[\/vc_column_text]<\/div><\/div>\n\n\t\t\t<\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column el_class=&#8221;pressepdfausgabec&#8221;][vc_column_text el_class=&#8221;pdfpresse&#8221; bb_tab_container=&#8221;&#8221;]<a href=\"https:\/\/www.kitzig.com\/wp-content\/uploads\/interiorfashion-2017-presse.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF<\/a>[\/vc_column_text][vc_column_text el_class=&#8221;presseausgabe&#8221;]<em>interior|fashion more than furniture<\/em><br \/>\nAusgabe 2|2017<br \/>\nOrt F\u00fcrth, Deutschland<br \/>\nVerlag <a href=\"https:\/\/www.interiorfashion.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.interiorfashion.de\/<\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/www.kitzig.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/dt_portfolio\/1193\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"DE\">DE<\/a>. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. You may click the link to switch the active language.<\/p>\n<p>Ein St\u00fcck Lebensraum<\/p>\n<p>Schon seit Jahren wird von der Fusion des Innen und Au\u00dfen gesprochen. Die Terrasse oder der Balkon als Erweiterung des Wohnraums. Auch in der Hotellerie und Gastronomie erscheinen die Freifl\u00e4chen fast schon als Muss \u2013 allerdings wird ihnen nach wie zu wenig professionelle Aufmerksamkeit gewidmet. InteriorFashion fragte bei Olaf Kitzig nach. Einem der es wissen muss, geh\u00f6rt sein B\u00fcro Kitzig Interior Design, doch zu einem der renommiertesten in Deutschland, das pro Jahr zwischen 30 und 60 Projekte, zu einem gro\u00dfen Teil in der Hotellerie und Gastronomie plant und umsetzt.<\/p>\n<p>IF: Herr Kitzig, wie hat sich die Bedeutung des Outdoor-Bereichs grunds\u00e4tzlich entwickelt? Zum einen im Hospitality-Bereich und zum anderen im privaten Bereich.<\/p>\n<p>Olaf Kitzig: Ich m\u00f6chte behaupten, dass der Bereich Outdoor ungef\u00e4hr mit der Jahrtausendwende an Bedeutung gewonnen hat. Aus meiner Sicht h\u00e4ngt das damit zusammen, dass zuerst die Gestaltung des Wohnzimmers im Fokus lag und die Menschen sich in den 80er-\/90er- Jahren der K\u00fccheneinrichtung gewidmet haben. Damals hat die Industrie begonnen, sehr viel Wert auf tolle K\u00fcchen zu legen und diesen Raum als Treffpunkt und Lebensraum zu etablieren. Und schlie\u00dflich hat man sich dem Outdoor-Bereich zugewendet. Heute ist ein Balkon oder eine Terrasse nicht mehr einfach nur ein Balkon oder eine Terrasse, sondern ein St\u00fcck Lebensraum, den man auch entsprechend gestaltet. Mit dem Angebot an Outdoor-M\u00f6beln, die sich ja kaum mehr von Indoor-M\u00f6beln unterscheiden, wurden auch die Begehrlichkeiten geweckt, im Garten oder auf dem Balkon einen attraktiven Sitz- oder Loungebereich zu installieren. Im Bereich Gastronomie hat sich das zur gleichen Zeit entwickelt: Mit dem Anstieg des Niveaus in der Innenarchitektur hat man nach kurzer Zeit erkannt, dass auch der Biergarten oder der Lounge- Bereich im Freien sch\u00f6n gestaltet werden kann. Vor 30 Jahren lief ein Restaurant, wenn es einen guten Wirt und einen guten Koch hatte. Wenn heute das Interior Design vergessen wurde, muss der Gastronom schon mit tollen pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten ausger\u00fcstet sein, um noch erfolgreich zu sein. Aus meiner Sicht erwartet der Gast ein hochwertiges Ambiente im Inneren, aber auch im Au\u00dfenbereich. Da ist es mit einer einfachen Gartenbank nicht getan, sondern das wird komplett inszeniert. Angefangen bei der Architektur, \u00fcber den Landschaftsbau bis hin zur Innenarchitektur.<\/p>\n<p>IF: Welche Aspekte sind bei der Gestaltung eines Outdoor-Bereichs im Hotel und Restaurant besonders zu beachten?<\/p>\n<p>Kitzig: Im Grunde ist die Au\u00dfenfl\u00e4che in d er Hotellerie und Gastronomie mit genauso viel Liebe zu planen und zu gestalten wie der gesamte Indoor-Bereich. Technisch gesehen, muss die Ausstattung flexibel und im Winter zumindest teilweise einlagerbar sein. Zudem muss, je nach Gr\u00f6\u00dfe des Au\u00dfenbereichs, dort auch die gleiche Infrastruktur vorherrschen. Der Gast darf keine verminderte Service-Leistung feststellen. Das bedeutet also, man ben\u00f6tigt Servicestationen, eine sinnvolle Wegef\u00fchrung, Sitznischen und verschiedenen Tischgr\u00f6\u00dfen. Wir planen gerade ein 5-Sterne-Resort auf Ibiza, das 7 Pines. Dort haben wir relativ viele Au\u00dfenfl\u00e4chen, die einen genauso gro\u00dfen planerischen Aufwand bedeuten, wie die Indoor-Fl\u00e4chen. Wir arbeiten dort auch mit Teppichen und Leuchten \u2013 die nat\u00fcrlich f\u00fcr drau\u00dfen geeignet sind \u2013 wir kreieren Sitzinseln und -nischen und Lounge-Bereiche. Kurz gesagt ist es so, dass wir das Innen nach au\u00dfen transportiert haben.<\/p>\n<p>IF: Ist die gestiegene Bedeutung wirklich schon in der gesamten Hotellerie und Gastronomie angekommen?<\/p>\n<p>Kitzig: Nun, viele Einzelgastronomen haben es vielleicht noch nicht so ganz verstanden oder besser gesagt, sie scheuen sich, im Au\u00dfenbereich etwas zu machen. Dabei muss man nat\u00fcrlich stark unterscheiden, wo sich das Hotel oder Restaurant befindet. Hier gelten, wie auch im Innenbereich, Gestaltungsregeln, die sich unter anderem nach der Region, dem Zielpublikum, der Art der Bestuhlung und dem geplanten Tischumschlag pro Abend richten. Zum Beispiel k\u00f6nnen Sie in M\u00fcnchen eine ganz andere Au\u00dfengastronomie anbieten wie in Hamburg. Das ist zum einen klimatisch bedingt, aber auch kulturell. Sie k\u00f6nnen den M\u00fcnchen-Reisenden oder den M\u00fcnchner an einen Biertisch setzen, an dem es durchaus auch einmal enger wird. In Hamburg d\u00fcrfte das eher schwierig werden.<\/p>\n<p>IF: Hat auch die Lichtgestaltung im Outdoor-Bereich an Bedeutung gewonnen?<\/p>\n<p>Kitzig: Hier muss man grunds\u00e4tzlich sagen, dass eine gute Innenarchitektur mit schlechtem Licht nicht gut ist. Dagegen ist eine schlechte Innenarchitektur mit gutem Licht absolut OK. Das gleiche gilt auch f\u00fcr den Au\u00dfenbereich. Wenn Sie einen Gast halten wollen, wenn Sie ihm eine gute Atmosph\u00e4re bieten wollen, muss auch das Licht-Szenario stimmen. Sch\u00f6n ist in diesem Zusammenhang immer das Beispiel eines Candlelight-Dinners im Freien. Zum einen muss der Gast das Essen erkennen, der Tisch darf aber auch nicht lichtgeflutet ein. Man muss also auch im Au\u00dfenbereich mit verschiedenen Lichtst\u00e4rken, mit st\u00e4rker und weniger stark ausgeleuchteten Bereichen arbeiten. Au\u00dferdem spielt auch die Wegef\u00fchrung eine gro\u00dfe Rolle. Da aber keine Decken vorhanden sind, muss man hier mit Bodenstrahlern, Stehleuchten und Kerzen arbeiten. Die LED-Technologie hat dabei den gro\u00dfen Vorteil, dass es in der Zwischenzeit sehr viel und sehr gute akkubetriebene Leuchten gibt. Diese sind f\u00fcr den Gartenbereich unheimlich toll, denn sie haben kein Kabel und k\u00f6nnen unterschiedlich positioniert werden. Zudem schaffen sie eine sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re. Im Privatbereich leisten auch Solarleuchten ganz gute Dienste, allerdings schaffen sie es nicht, \u00fcber mehrere Stunden eine gute und gleichbleibende Lichtqualit\u00e4t zu liefern. Das ist aber im professionellen Einsatz notwendig.<\/p>\n<p>IF: Welche Trends machen Sie aktuell in der Outdoor-Gestaltung aus?<\/p>\n<p>Kitzig: Wie in der Innenarchitektur auch, ist man aktuell auf keinen Stil festgelegt. Die M\u00f6bel reichen von Art Deco bis hin zu ganz modernen Formen. Es ist alles en vogue, so lange es in die Konzeption passt. Nat\u00fcrlich gibt es immer mal wieder Materialien, die st\u00e4rker in den Vordergrund r\u00fccken, aber deshalb verschwinden andere nicht vollkommen \u2013 weder Rattan noch Kunststoff ist vom Markt. Ein gro\u00dfes Thema sind sicherlich Sofas. Das ist als Trend eindeutig zu erkennen. Das wirkliche Outdoor-Sofa in super Qualit\u00e4ten mit hochwertigen Textilien, die sich f\u00fcr den Au\u00dfenbereich eignen. Als aufstrebende Materialien w\u00fcrde ich, wenn ich nach den Beobachtung der letzten Zeit gehe, Metall und Stein nennen. Ich glaube, der etwas vertr\u00e4umte Metall- Stuhl kommt wieder \u2013 einfach, funktional und bequem. Die Renaissance des Natursteins beobachte ich schon seit f\u00fcnf, sechs Jahren, aber es dauert ja immer lange, bis es am Markt angekommen ist, wobei ich den Naturstein nicht im Mainstream sehe. Auch Holz r\u00fcckt wieder mehr in Fokus. Neben Teak w\u00fcrde ich auch L\u00e4rche und Eiche nennen. Grunds\u00e4tzlich sehe ich es so, dass alles aus dem Innenbereich auch in den Au\u00dfenbereich r\u00fcckt.<\/p>\n<p>IF: Schon seit vielen Jahr spricht man von der Fusion vom Innen und Au\u00dfen. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf die Architektur und Innenarchitektur im \u201eInnen und Au\u00dfen\u201c?<\/p>\n<p>Kitzig: F\u00fcr unser Unternehmen spielt diese Fusion ein sehr gro\u00dfe Rolle. Und ich glaube, dass generell viel Wert darauf gelegt wird. Ich pers\u00f6nlich arbeite gerne mit Gartenm\u00f6beln in Qualit\u00e4ten, die auch im Winter drau\u00dfen bleiben k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte die Lobby-, Bar- oder Restaurantfl\u00e4che innen wie au\u00dfen inszeniert zeigen \u2013 auch wenn es gerade regnet oder schneit. Das vergr\u00f6\u00dfert einfach den Raum.<\/p>\n<p>IF: Und im Privatbereich?<\/p>\n<p>Kitzig: Ein sch\u00f6nes Beispiel ist ein Privathaus, das wir im M\u00fcnsterland gestaltet haben. Das ist ein alter Bungalow aus den 50er Jahren mit einer 8 Meter langen Glasfront, die zur 60 qm gro\u00dfe Terrasse hinaus geht. Damit wirkt der Wohnbereich viel gr\u00f6\u00dfer. Die Terrasse geh\u00f6rt praktisch dazu, auch wenn man im Winter nur im Wohnzimmer ist. Das ist einfach nur durch die visuelle Verbindung ein Bereich geworden. Und das funktioniert dann tats\u00e4chlich auch im M\u00fcnsterland. Man muss dazu nicht immer das Top-Wetter haben. Grunds\u00e4tzlich legen wir bei Privath\u00e4usern viel Wert darauf, dass man aus jedem Fenster einen beleuchteten Garten sehen kann. Der Garten soll zum Lebensraum geh\u00f6ren, auch wenn man ihn gerade nicht begehen kann.<\/p>\n<p>IF: Herr Kitzig, herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/p>\n<p>Das Interview f\u00fchrte Bianca Schmidt.<\/p>\n<p>Kitzig Interior Design<\/p>\n<p>Olaf Kitzig gr\u00fcndete 1998 Kitzig Interior Design in Lippstadt. 2001, 2011 und 2013 folgten B\u00fcros in Bochum, M\u00fcnchen und London. Die Kernkompetenzen liegen in der Hotellerie, Gastronomie sowie in der Erstellung von ma\u00dfgeschneiderten Konzepten f\u00fcr das Shop- und Retaildesign. Das Team besteht aus 56 Mitarbeitern \u2013 Innenarchitekten, Architektean, Designer und Grafiker \u2013 die Objekte im In- und Ausland betreuen. \u00dcber sich und seine Arbeit sagt Kitzig: \u201e1998 gr\u00fcndete ich mein B\u00fcro und war voller Tatendrang und Optimismus, was man bewegen und erreichen k\u00f6nnte. Nach mehreren Ausbildungen sah ich mich als ausgestattet an, um mit Interior Design an den Markt zu gehen. Nach nunmehr 19 Jahren und Erfahrungen in diversen Bereichen der Innenarchitektur stelle ich immer wieder fest, dass die gr\u00f6\u00dfte Leidenschaft das permanente Lernen und Begreifen der eigenen Umwelt ist. Auch das ist der Spirit, der mich und unser B\u00fcro immer wieder befl\u00fcgelt und zum Nachdenken, \u00dcberdenken und Verdenken anregt. 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