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Bunte Lichtobjekte für weiße Wände

Kunstwerke statt schnöde Lampen / Domäne kleiner Anbieter VON TOBIAS WIETHOFF

Lippstadt / Berlin (gms). Weiße Wände, getaucht in weißes Licht: Auf diese nüchterne Beleuchtungsvariante wird in den meisten Wohnungen gesetzt. In immer mehr trendigen Läden, Clubs und Büros ist derzeit jedoch zu sehen, dass es auch anders geht. Dort werden die Räume von Kästen mit farbigen Scheiben erhellt, die zum Teil mehr Kunstwerken ähneln als schnöden Leuchtkörper n. ?Auf den letzten Branchenmessen waren Spektralfarben an vielen Ständen zu sehen?, bestätigt Ulrich Merker von der Fördergemeinschaft Gutes Licht in Frankfurt.

Doch wer mit einem solchen Blickfang die eigenen vier Wände beleben will, muss ein wenig suchen: Die bunten Lichtobjekte sind eine Domäne kleinerer Anbieter ? oft werden sie sogar in Einzelanfertigung hergestellt.

Tüftelarbeit: Anderthalb Jahre hat Olaf Kitzig, Unternehmer aus Lippstadt, an seinem Lichtobjekt "Frequenz" gearbeitet. Eineinhalb Jahre hat Olaf Kitzig, Inhaber der Firma raumreflex (Internet: http://www.raum-reflex.de) in Lippstadt, experimentiert, bis er mit der Wirkung seines Lichtobjektes ?Frequenz? zufrieden war.

In seiner nunmehr endgültigen Fassung besteht ?Frequenz? aus einem flachen quadratischen Kasten mit einer Plexiglasscheibe und zwei Leuchtstoffföhren, deren Anordnung individuell bestimmt werden kann.

Im ausgeschalteten Zustand wird die Scheibe weiß. Erst wenn Strom fließt, zeigt sich, dass sie von hinten mit einer von acht möglichen leuchtenden Farben kaschiert ist: Rot, Violett, Gelb, Grün, Blau, zwei mal Orange sowie Silber. Der Abstand zwischen Lichtquelle und Scheibe beträgt je nach Ausführung fünf oder sieben Zentimeter, so dass die Umrisse der Röhre unterschiedlich verschwommen erscheinen.

?Frequenz? fühlt sich, wie der Name andeutet, in Gemeinschaft am wohlsten. Drei farblich abgestimmte Kästen nebeneinander genügen höheren Ansprüchen an eine zeitgenössische Lichtinstallation und überbieten im Effekt manch abstraktes Gemälde. Das Problem der Stromzuleitung hat Kitzig durch transparente Kabel und Stecker zumindest entschärft. Am saubersten wirkt natürlich ein verputzter Wandanschluss. In der Basisgröße von 40 mal 40 Zentimetern ist ?Frequenz? ab 239 Euro erhältlich.

Mit rund 400 Euro schlägt die Wandleuchte ?Square Moon? des belgischen Produzenten Modular zu Buche. Sie ist dafür bei Grundabmessungen von 63,6 mal 63,6 Zentimetern nur 5,5 Zentimeter hoch und zudem in edlem, mattgebürstetem Aluminium gehalten. Auch ?Square Moon? kann mit farbigen Frontplatten bestückt werden. Die Leuchtstoffröhre ist aber genau wie bei den raumreflex-Modellen weiß, so dass der Raum nicht im ausgewählten Farbton ertrinkt. ?Das würde bei Rot ja auch leicht puffig wirken?, so Modular-Importeur Hans-Georg Röhrig aus Köln.

Ganz nach den räumlichen und optischen Bedürfnissen seiner Kunden kann sich das Planungsbüro S-Quadrat-Design (Internet: http://www.s-quadrat-design.de) in Berlin richten ? alle Lichtobjekte werden einzeln angefertigt. Der Grundkörper besteht aus einem vergleichsweise voluminösen Holzkasten mit Leuchtstoffröhre, der von Plexiglas abgeschlossen wird. Die Scheibe selbst ist her weiß; den Farbeffekt erzeugt eine zusätzliche, mit bunten Folien versehene Projektionsfläche im Gehäuse. Durch diese zweite Ebene entsteht eine Unschärfe, die dem Objekt dreidimensionale Wirkung verleiht.


Quelle: NEUE WESTFÄLISCHE | Ausgabe Nr. 15 18./19. Januar 2003 | Seite 14